Irakische Flüchtlinge in Jordanien. Mehr dazu im 4ten Rundbrief

Lieber Webblogleser, endlich ist es soweit. Ich stelle meinen Rundbrief zum Download zu Verfügung. Auch diesmal sind wieder viele interessante Details über das Leben in der Theodor Schneller Schule, die aktuelle Situation in Jordanien, Syrien und dem Libanon. Bilder zum Tagesablauf und Geschichten von 3 plus 1 in der TSS und der JLSS im Libanon und von anderen Deutschen in Jordanien. Uwe Gräbe wurde endlich entlastet, dadurch das die Deutschsprachige Evangelische Gemeinde Amman eine eigene Pfarrerin bekommen hat.

Außerdem habe ich diesmal einen großen Teil den Christen im Heiligen Land und im Nahen Osten gewidmet. Vor allem den christlichen Flüchtlingen aus dem Irak. Wir haben einige in der Schule und haben sie Daheim besucht. Wir waren sogar auf einer irakisch christlichen Party eingeladen.

Die Forderung von der CDU, allen voran Erika Steinbach, CDU-Abgeordnete und menschenrechtspolitische Sprecherin der Fraktion, sehe ich sehr kritisch. Sie hat erst heute erklärt irakische Flüchtlinge im fünfstelligen Bereich nach Deutschland zu holen. Vorrangig Christliche Flüchtlinge, die jetzt in Syrien und Jordanien sind.

Ich weiß das viele Flüchtlinge nie wieder in den Irak zurück kehren wollen und Jordanien oder Syrien nur als Zwischenstopp nutzen um von dort in andere Länder aus reißen zu können. Viele von ihnen haben alles verloren und leiden unter schweren Traumas. Von dem her ist es Lobenswert von der CDU die Aufnahme von irakischen Flüchtlingen in Deutschland zu unterstützen. Aber ich bin der gleichen Meinung wie die UNHCR, das einzige Kriterium muss die Bedürftigkeit sein. Wir dürfen niemanden wegen seiner Religionszugehörigkeit diskriminieren. Es muss denen geholfen werden die, die Hilfe am Nötigsten brauchen und diejenigen denen in Deutschland am besten geholfen werden kann sollten auch dort hin gehen können.

Aber pauschal Christen nach Deutschland zu holen finde ich nicht richtig. Ein Moslem sollte den gleichen Anspruch auf unsere Hilfe haben wie ein Christ. Religionsfreiheit ist ein Grundrecht in Deutschland. Gilt das für Flüchtlinge nicht auch?

Außerdem Lösen wir keine Probleme in dem wir die christlichen Flüchtlinge aus der Region holen. Im Gegenteil wir schaffen sie. Seit Jahren geht die Zahl der Christen im Nahen Osten zurück. In Jordanien sind es nur noch um die 2,5 %. Die Christen sind zu einer Minderheit im Heiligen Land geworden. Verlassen jetzt noch mehr Christen die Region wird die Lage nur noch verschärft. Die Verbleibenden könnten die Privilegien die sie zur Zeit in Jordanien genießen verlieren. Und irgendwann wird auch der letzte seine Koffer packen.

Wollen wir einen Nahen Osten ohne Christen? Können wir die übrig geblieben einfach so im Stich lassen? Die Kreuzzüge sind zwar vorbei, aber deshalb den Spies um zu drehen? Wäre es nicht viel Sinnvoller versuchen den Flüchtlingen hier vor Ort zu helfen. Allen! Den Christen, wie den Moslems und den Jeziden genau so wie den Mandäer. Ihnen eine neue Heimat zu bieten, die nicht tausende Kilometer weit von ihrer Alten entfernt ist. Im gleichen Kulturkreis, mit der gleichen Sprache und dem gleichen Lebensgefühl. Jordanien und Syrien braucht die Unterstützung der ganzen Welt dafür. Die muslimischen wie die christlichen Länder sind gefordert.

Aber macht euch selber ein Bild. In meinem 4ten Rundbrief aus Jordanien könnte ihr alles nachlesen. Viel Spaß dabei…

4-rundbrief-endversion-fur-97

Euer Christian Kißling

~ von Christian am 28 Mai, 2008.

3 Antworten to “Irakische Flüchtlinge in Jordanien. Mehr dazu im 4ten Rundbrief”

  1. Dein Rundbrief ist ja echt der Hammer. Ich habe ihn verschlungen. Vorallem die Hinterhgrundinfos sind ziemlich Klasse,

    bis bald
    Christoph

  2. Ein schöner Rundbrief!
    Alles Gute,
    Elena

  3. Das ist wirklich eine einleuchtende Argumentation. Das Geld zur Unterstützung der christlichen Flüchtlinge wäre in Jordanien und Syrien aicher besser angelegt. man könne dort Infrastruktur und Bildung fördern und die Menschen blieben in ihrem Kulturkreis. Außerdem kennt man ja die ganzen Unsicherheiten für Kriegsflüchtlinge bei uns – sie bekommen meist keinen gesicherten Aufenthaltsstatus. Auch der Gedanke, dass Christen im Nahmen Osten präsent sein sollten ist gut – geht es doch letztlich auch um ein Zusammenleben der Kulturen. Ich freue mich über weitere interessante Einsichten in den Nahen Osten.
    Walter Kißling

Eine Antwort schreiben